Tag Archives: poesie

Sina und Philipp haben mich schon beim ersten Treffen voll und ganz verzaubert.
Vor allem Sina. Sina ist die Sonne. Wenn sie in der Raum kommt wird alles ein bisschen heller,
weil sie so viel Freude in sich trägt und wenn man sieht, wie Philipp sie ansieht weiß man sofort,
die Beiden, die sind für einander gemacht.
Ihre Location in Langenargen direkt am Bodensee war Philipps Herzenswunsch,
denn in dieser Kirche haben sich schon seine Eltern und seine Großeltern das Ja-Wort gegeben.
Ihr Lieben, auf ein ganzes Leben voller Liebe, Freude und herzerwärmendem Lachen.

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Location: Langenargen am Bodensee

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Nathalie und Paul heiraten dieses Jahr im Oktober und als ich die Beiden kennen gelernt hab hatte ich das Gefühl, dass Nathalie sich überhaupt nicht wohl mit dem Gedanken fühlt, an der Hochzeit fotografiert zu werden. Nur sie, Paul und ich. Also hab ich ihnen vorgeschlagen vorab einfach noch ein kleines Shooting zu machen, ganz ungezwungen, in Kleidern, in denen sie sich wohl fühlen. Ein kleines Verlobungsshooting quasi. Die ersten 10 Minuten waren noch recht angespannt aber je mehr die Sonne alles in goldenes Licht tauchte, je mehr verschwand alle Anspannung und alles wurde immer leichter. Heute morgen lag eine so liebe Mail in meinem Postfach mit einem riesigen „Danke“, nicht nur für die Bilder, in die ich selbst ganz verliebt bin, sondern auch dafür, dass sie zumindest was diesen Punkt der Hochzeit betrifft jetzt viel entspannter ist. Eine Hochzeit ist einfach eine so wunderbare Gelegenheit schon vorab ein paar wunderbare Momente einzufangen, Sicherheit zu gewinnen und vorallem, schon lange vor dem großen Tag wunderbare Erinnerungen zu schaffen ♡

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In den letzten Tagen wurde ich erschlagen und umarmt und ausgefüllt von unfassbarer Liebe, die um mich herum war. Von Fremden. Ich bin verliebt in die Liebe. In ihre Blicke und in die Art, wie sie Menschen miteinander umgehen lässt und in den letzten Tagen bin ich zwei Lieben begegnet, die mich so, so tief berührt haben wie selten. Jede Geschichte, jedes Paar, das mir begegnet ist auf seine ganz eigene Weise so besonders, aber wie das mit uns Menschen so ist gibt es manche, die aus allem herausstechen. Wegen dem, was sie sind aber eben auch wegen dem, was ich bin.

Liebe. Liebe ist so ein großes Wort und mir hat es nie so richtig gepasst. Ich bin nicht der „Ichliebedich“ Typ, war ich nie und werde ich nie sein. Hab ich in den letzten sechs Jahren ein Mal gesagt, glaube ich. Und gesagt ist auch gelogen, wenn überhaupt, dann nur geflüstert. Ich glaube, nein ich bin mir sicher, dass es nicht wichtig ist, diesen Satz zu sagen. Jeden Tag auszusprechen, manchmal zu zelebrieren, selten zu flüstern oder auf irgendwelche Notizzettel zu schreiben. Dessen bin ich mir sicher. Darauf kommt es nicht an. Ich glaube, dass es auf die Art und Weise ankommt, wie man miteinander umgeht. Wie man sich ansieht, wie man miteinander spricht, wie man ist, wenn man beisammen ist. Auf das stille Lächeln auf dem Sofa, auf die Hand auf dem Schoß beim Autofahren, auf dem flüchtigen Bakenkuss an der Supermarktkasse. Ich glaube, jeder Kuss auf die Stirn, jeder Witz auf die Kosten des Anderen, jedes Kitzeln und jede Fingerspitzenberührung ist jedes Mal aufs neue ein Ja zum Anderen.

Mario und Cati haben mich berührt. Ganz tief in mir drin, schon in ihrer ersten Mail, dann beim ersten Treffen und dann gestern, als wir uns wieder gesehen haben. Ihre Art miteinander zu lachen und umzugehen hat mich so beflügelt, mich so glücklich gemacht, mich so bestärkt in dem, was ich mache und warum. Jeder Moment mit Ihnen war nicht nur ein Bild, das ganz von sich aus kam, jeder Moment mit ihnen war ein Geschenk. Wirklich. Ich weiß überhaupt nicht wie ich ihre Hochzeit in zwei Wochen aushalten soll ohne vor Glück zu platzen.

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Trauringe: Sarah Mia

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Wir brauchen jemanden, der uns zum Leuchten bringt und zum Lächeln. Jemanden, der uns rettet, wann immer wir uns verlieren, der uns befreit und findet, uns zusammenklebt und flickt. Jemanden, der warm macht und heilt, der Schweigen füllt und Ängste ausradiert, der unsere Farben nachzieht und Konturen wieder ausmalt. Jemanden, der vor nichts zurückweicht, der immer standhaft bleibt, der uns verankert. Bedingungslos.

Özge und Tobi haben das in sich gefunden und tragen Liebe im Lächeln und in jeder Fingerspitzenberührung.

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Ich erinnere mich so gut an das erste Treffen mit Luana und Berty. Einer ihrer ersten Sätze war – schwarz weiß mag ich wirklich gar nicht. Das war mein Albtraum. Vor allem als ich dann am Hochzeitstag in einem Zimmer mit roter Wand stand und später in einem unheimlich dunklen mittelalterlichen Raum mit viel zu wenig Licht und grünem Teppich. Bei der Bearbeitung habe ich dann trotzdem viele Bilder als Kopie in Schwarz-Weiß gemacht – weil es einfach so viel wunderbarer war. Und jetzt freue ich mich umso mehr, dass Luana sogar zwei schwarz-weiß Bilder als Profilbilder hat.
Wenn ich an die Liebe denke, dann fallen mir tausend Metaphern ein, die ich schon dafür geschrieben habe. Berty hat seiner Luana den Antrag am Meer gemacht. Da fiel mir dieser Text dazu ein und ich wünsche euch von Herzen, dass ihr einander immer Anker, Fels und Ufer seid.

Wenn alle meine Dämme brechen legst du dich um mich und hältst mich zusammen bis die Fluten mich loslassen und deine Ruhe mich zurück an die Oberfläche treibt, wo ich wieder atmen kann. Wenn alle meine Dämme brechen stellst du dich gegen den Strom, verankerst mich an meinem Grund und bleibst schützend vor mir stehen, bis meine Beine mich wieder tragen. Wenn alle meine Dämme brechen legst du deine Lippen auf meine Stirn und atmest für mich, bis sich nichts mehr in mir überschlägt. Wenn alle meine Dämme brechen bist du die nächste Sandbank an der alles zerschellt, die den Schwall der Leere in mir bricht und mich vor neuen Wellen schützt. Wenn alle meine Dämme brechen bist du mein Ufer, mein sicherer Grund, mein Zuhaus. Wenn alle meine Dämme brechen bist du mein Boot, mein Fels und mein Hafen.

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Miri
Du bist meine sichere Seite.
Wenn alle meine Dämme brechen legst du dich um mich und hältst mich zusammen bis die Fluten mich loslassen und deine Ruhe mich zurück an die Oberfläche treibt, wo ich wieder atmen kann. Wenn alle meine Dämme brechen stellst du dich gegen den Strom, verankerst mich an meinem Grund und bleibst schützend vor mir stehen, bis meine Beine mich wieder tragen. Wenn alle meine Dämme brechen legst du deine Lippen auf meine Stirn und atmest für mich, bis sich nichts mehr in mir überschlägt. Wenn alle meine Dämme brechen bist du die nächste Sandbank an der alles zerschellt, die den Schwall der füllenden Leere in mir bricht und mir ein neues Ufer ist. Wenn alle meine Dämme brechen bist du mein Boot, mein Fels und mein Hafen.

17

Manchmal steht man zwischen den Stühlen.

Manchmal steht man zwischen Stühlen und diese Stühle stehen an den beiden Enden eines Brettes und dieses Brett ragt über die Felsen an einer Küste.
Der eine Stuhl steht im sicheren Abstand zu den Klippen. Auf dem Festland. Mitten drin, auf festem Grund. Der andere, der andere steht über dem Abgrund. Auf der Planke, dort, wo früher die standen, die von Piraten ins Meer gestoßen wurden. Genau da steht der andere. Und du stehst dazwischen. Gehst du Richtung Festland, bist du sicher. Schritt für Schritt, fester Boden unter den Füßen. Nichts passiert. Kein Wanken, kein Taumeln, kein Fallen. Dort ist alles gut. Kommst du am Ende an, drehst du dich um setzt dich, kommst zur Ruhe und schaust raus aufs Meer, das sich tosend Laut zu deinen Füßen irgendwo an den Felsen bricht. Kommst du am Ende an setzt du dich, atmest tief durch und schaust raus aufs Leben. Das sich vor dir abspielt, in sicherem Abstand zu dir und allem was du bist. Dir kann nichts passieren, dein Stuhl hat ein solides Fundament. Und hier ist alles okay.
Und was, wenn du in die andere Richtung gehst? Weg vom Festland? Schritt für Schritt neigt sich das Brett nach unten. Das ist Physik. Wo nichts stützt kann auch nichts halten. Mit jedem weiteren kleinen Schritt kommt alles aus dem Gleichgewicht. Alles verschiebt sich. Das Herz rutscht in die Hose und du hältst die Luft an. Kopf oder Zahl. Du hast keine Münze bei dir. Bauch oder Verstand. Der Verstand dreht hol weil du immernoch schwankst. Und weil du auch nur einen Schritt weg vom Land gewagt hast. Und der Bauch? Der kribbelt so vor sich hin. Macht eigentlich was er will und trägt nichts zur Sache bei. Der Bauch sagt spring, aber darum ging es nie. Es geht um rechts oder links, nicht um oben oder unten. Der einzig sichere Ort zum Springen ist das Ende, weit über den Klippen hinaus. Du bist noch lange nicht am Ende. Alles dreht sich. Herz oder Sicherheit.
Ja, Herz oder Sicherheit, das ist die Frage.
Sicherheit, meldet dich der Verstand. Und ich stehe da, unter mir das tosende Leben und mein Herz schreit renn, lass los und spring. Mein Herz schreit spring. Ich stehe also da, zwischen diesen Stühlen auf dieser Planke über dem Meer und mein Herz sagt, fallen ist fliegen und fliegen ist Leben und wenn du aufprallst bist du mitten drin. Herz sagt Träume über Sicherheit. Herz sagt fliegen, weil fliegen du bist.
Herz oder Sicherheit. Herz oder Sicherheit. Herz oder Sicherheit. Herz. Träume. Sicherheit. Herz. Herz. Herz.

 

Tag 272

An allem hält man fest. An Dingen, an Menschen, an Gewohnheiten. Viel zu viele Stunden hängen in festgefahrenen Szenarien fest, die in Endlosschleife auf und ab laufen während man darauf wartet, dass etwas passiert. Dass sich etwas tut. Dass man sich bewegt, sich vorwärts dreht und weiter geht, was nicht passiert, weil die Beine damit beschäftigt sind dort zu bleiben wo die Hände festhalten, weil es sicher ist. Dabei braucht es nicht viel um weiter zu kommen. Nur eine Hand, die loslässt, eine zweite, die folgt und ein paar Beine, die man plötzlich in die Hand nehmen kann um zu laufen. Vorwärts, zurück, ganz egal, hauptsache in Bewegung. Man muss nur loslassen. Nicht viel, aber genug um neuen Schwung zu bekommen. Heute standen eine Freundin und ich vor ihrem Kleiderschrank. In acht Jahren, die wir uns kennen, wurde kaum etwas wirklich ausgemistet. Plötzlich erinnert man sich an jeden Preis von jedem Teil und von jedem Teil weiß man gleich wie oft man es getragen hat. Bei vielen war die Antwort – nie. Aber man könnte es noch brauchen. Aber es sieht doch so schön aus. Aber es ist doch von dem und dem. Aber. Aber. Aber. Da standen wir also. Vor diesem Schrank mit viel zu vielen Altlasten, die eigentlich niemand braucht, die niemand vermissen würde, aber die eben den Platz füllen, der sonst leer wäre. Dann hat sie mir Bügel für Bügel gezeigt und jedem Aber wurde kurzer Prozess gemacht. Weg. Weg. Weg. In kürzester Zeit lag vor uns ein riesiger Haufen voller Dinge, deren -aber- nicht genug war um sie davor zu bewahren aussortiert zu werden. Und es hat sich gut angefühlt. Alles wegzugeben, was nicht mehr passt. Was nicht mehr zu dem Menschen passt, der weiter ziehen will. So ist das mit allem. Alles, was nicht mitwächst, nicht bleibt und keine Lücke hinterlässt, wenn es fehlt, ist unnötiges Gewicht, das einen aufhält. Alles hat seine Zeit und manche Zeiten laufen eben ab. Das ist mit Gewohnheiten so, mit Dingen und mit Menschen. Es gibt Freundschaften, die nicht zerbrechen sondern einfach langsam auslaufen. Woran niemand Schuld hat aber es ist eben so und daran festzuhalten ist oft kräftezehrender als sie einfach gehen zu lassen. Es gibt Herzen, die irgendwann einfach aufhören füreinander zu schlagen und es gibt Schuhe, die irgendwann einfach nicht mehr die sind, mit denen man seinen Weg gehen kann. Loslassen tut weh. Aber es bringt uns weiter. Loslassen heißt über Klippen springen. Kurz schwerelos taumeln. Um dann von der Unendlichkeit des Meeres überwältigt zu werden, in dem wir nun weiter schwimmen können.

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Hab Heimweh nach Ferne. Zuhause schnürt mir die Luft ab. Es gibt Tage, da passt mir hier nichts. Da ist alles zu klein und ich zu groß oder umgekehrt, aber ich gehe unter. Da ist alles zu laut und ich zu leise, alles zu unbedeutend und ich so schweigsam, dass der Lärm mich wahnsinnig macht. Jedes hängende Wort im Raum macht mich müde, macht mich still. Nur die lautlosen Schneeflocken im Wind dämpfen den Tumult um mich herum, legen einen lichten Schleier Ruhe auf die ganze Hektik, entschleunigen das rastlose Treiben auf den Umlaufbahnen neben mir. Ich muss raus hier. Überall hin, nur du musst bei mir sein. Irgendwo hin, wo nur die Wellen sich bewegen, nur die Wolken um uns ziehen, nur die Sterne kreisen. Wo wir ruhig liegen bleiben können, ohne in einer Starre der Bewegungsunfähigkeit zu verharren. Wo es egal ist ob ich die Sekunden der verstrichenen Minuten vorwärts oder rückwärts zähle, weil du bei mir bist und deine Atemzüge mein Stundenglas sind. Ich will raus hier. Irgendwohin, wo Stille uns wieder auffüllt. Irgendwohin, wo Regentage einfach Regentage sind, die man mit einem guten Buch und einer Tasse warmer Milch mit Honig genießen kann. Ich Jane Austen, du Anna Karenina. Weil wir Zeit haben. Mein Kopf in deinem Schoß und deine freie Hand in meinem Haar. Mit meiner Wolkenwolldecke um unsere Fü.e und beschlagenen Fensterscheiben von deinem heißen Tee.
Ich will raus hier, überall hin, nur du musst bei mir sein, weil du aus allem Heimat machst.

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Wir zwei in Endlosschleife. Sch,  zischst du leise, küsst mir die Stirn, lehnst deine gegen meine Wange und vertreibst die aufkeimende Panik in mir. Stellst mich behaglich auf deine Füße, damit ich aufhöre auf Zehenspitzen um uns herum zu schleichen und aufgebe darauf zu warten, dass wir auseinanderbrechen, wenn meine schweren Lider an Leichtigkeit  zurückgewinnen. Mit dem ersten Augenaufschlag das Fundament meiner Träumerei in sich zusammen fällt. Weil wir kein Traum mehr sind. Streichst mir den Schlafsand aus den Augen, schreibst mir in Leuchtbuchstaben deine Märchen unter die Haut, damit ich keine Angst mehr vor der Dunkelheit haben muss, wenn die Nacht mich einholt bevor mein Kopf auf deiner Brust Ruhe findet. Nasenspitze an Nasenspitze, Eskimokuss, flüstere ich und deine Fingerspitzen krabbeln sachte meinen Hals hinauf über meine Lippen und zackbuff hast du meine Nase geklaut, streckst deinen Arm so weit von dir, dass ich ihn nicht fassen kann und dann greifst du blitzschnell unter die Decke und kitzelst mich, bis ich keine Luft mehr bekomme. Kurze Atemlosigkeit vor dem Aussetzen des nächsten Herzschlages. Du siehst mich an, mit diesem Lächeln im Blick, lässt mich leise werden, machst mich still. Malst uferlose Meere auf meine Haut, küsst die Schatten aus meinen Augenwinkeln und sagst leise, dass ich jetzt unendlich bin.

Wenn ich sage, dass ich dich will, dann meine ich alles. Dann meine ich deinen unveränderten Blick, wenn ich dir deine Nase klaue und mich darüber freue, während du keine Miene verziehst und dass du mir am nächsten Morgen meine klaust und dabei lächelst. Du dich von mir wegdrehst, wenn wir uns nichts zu sagen haben und trotzdem meine Hand hältst, wenn ich nachts irgendwann aufwache. Dass du mich Tagsüber manchmal vergisst und mich abends daran erinnerst, dass wir noch verabredet sind, dass ich das nicht vergessen darf und dass du auf mich wartest. Wenn ich sage, du bist es, dann meine ich alles. Dann meine ich dein Grummeln, wenn du aufwachen sollst, deine tiefen Atemzüge, wenn ich mich überschlage und deine verdrehten Augen, wenn meine Zunge schneller ist als mein Verstand. Deine schlechte Laune und meine, wenn du Dinge sagst, die ich nicht hören will, deine offensichtlichen Vorwürfe und die versteckten Komplimente. Wenn ich sage, dass es um dich geht und alles andere nebensächlich ist, dann ist das, weil es dir um mich geht. Weil du wach bleibst und dir deinen Kopf für mich zerbrichst, mich antreibst, an mich glaubst. Weil du meine Fehler beim Namen kennst. Jede Narbe hast du gesehen, hast dich über meine tiefsten Abgründe gelehnt, in ihre Schwärze geblickt und bist geblieben. Du erschrickst nicht, wenn ich dich an der Hand nehme, um dir die Schatten meiner Nächte zu zeigen. Du erschrickst einfach nicht. Du hältst mich nur im Arm und träumst mich mit dir fort.

Tag 14

Ich will nicht erwachsen werden. Ich will das nicht. Ich will vor Giraffen stehen und staunen wie groß sie sind, ohne dass neben mir jemand lacht, weil er das Staunen verlernt hat. Ich will mit dem Finger auf Dinge zeigen, die eigentlich jeder sieht, aber keiner richtig wahrnimmt, ohne dass man mich fragt, wie ich darauf komme, so etwas zu sehen. Ich will bunte Smarties nach Farben ordnen, ohne dass mich jemand schief ansieht und ich will Gesichter aus Lachgummis machen, ohne dass sie jemand kaputt macht, weil ich zu alt dafür bin. Ich will Sandburgen bauen, einfach so, und ich will Kassette hören, wenn ich nicht einschlafen kann, ohne dass die Anderen die Augenbrauen hochziehen. Ich will mich über die kleinsten Kleinigkeiten freuen, über jeden Konfettiregen und jede Wunderkerze, ohne dass man mir nachsagt, ich sei verrückt und ich will die Amerikaner mit Gesicht und nicht die ohne, ganz egal ob sie gleich schmecken oder nicht. Ich will Höhlen bauen und Kindergeschichten lesen, immer Kaba trinken und Disneyfilme sehen, ohne dass ich mich dafür rechtfertigen muss. Ich will das nicht. Ich will nicht so werden wie die, die mich fragen, ob ich dafür nicht schon zu alt bin. Ich will nicht erwachsen werden. Wollte ich nie. Und ich will Drachen steigen lassen. Den mit den Regenbogenfarben, jeden Herbst.

Tag 8

Manchmal tragen einen die Füße nicht mehr. Irgendwann bleiben sie einfach stehen und egal, wie sehr man auch versucht sie zu bewegen, sie rühren sich nicht, kein Stück. Als ich klein war und nicht mehr laufen wollte, weil meine Füße so weh getan haben, da dachte ich, wenn ich die Schuhe ausziehe und barfuß weitergehe, dann hört das auf. Ich dachte, wenn ich das, was drückt, loswerde, dann kann ich einfach weiterlaufen. Dann hört die Haut auf Blasen zu schlagen und jeder nächste Schritt ist federleicht. Aber so ist das nicht.
Es sind nicht die Schuhe, die schmerzen.

2011

Tag 153

Morgen. Morgen, das ist immer einfach. Morgen mache ich die Wäsche, morgen fange ich an zu lernen, morgen räume ich auf, morgen fange ich an, morgen höre ich auf, morgen. Ich glaube, es liegt in der Natur des Menschen. Immer die einfachere Option zu nehmen. Zu verschieben, zu verdrängen, zu vergessen. Ich glaube, das liegt in unserer Natur. Jetzt, das ist so endgültig. Jetzt, aus der Nummer kommt man nicht mehr so einfach raus. Jetzt ist jetzt. Jetzt ist der Moment, unausweichlich, Jetzt ist Konfrontation. Jetzt ist zu früh. Morgen, morgen ist einfacher. Wer entscheidet sich schon für das Jetzt, wenn er das Morgen haben kann?

2012

Tag 16_1

Jeder hat ein Geheimnis. In der Nachttischschublade, unter dem Kopfkissen, in einer Kiste unter dem Bett oder auf dem staubigen Schrank, in der Jackentasche oder unter der Haut, irgendwo verstecken wir alle etwas. Etwas dunkles, zerbrechliches, vergessenes, verdrängtes. Etwas Wunderschönes, leuchtendes, das zu wertvoll ist, um es zu teilen, glänzend und vollkommen, vielleicht. Irgendwo versteckt jeder etwas, das für jeden Anderen unsichtbar sein soll. Ein abgerissenes, beschriebenes Stück Papier, ein zerbrochenes Glas, ein vergilbtes Bild aus vergangenen Tagen, eine Muschel oder eine kleine Narbe unter dem Knie. Manchmal ist dieses Geheimnis sogar sichtbar für jeden. Es liegt in keiner Schublade und verstaubt in keiner Kiste, es bewegt sich vielleicht und atmet. Es ist sichtbar für jeden. Manche Geheimnisse schreien. Manche Geheimnisse schreien so laut, dass im Kopf nur noch leere Echos umherhallen, schreien so laut, weil sie unter der Haut keinen Platz mehr haben, weil sie Raum brauchen, frische Luft. Und jemanden der sie bei sich trägt, bis sie zurück können.
Unsere Geheimnisse brauchen einen sicheren Ort, damit wir einmal durchatmen können.

2012

kontrast (50)Manchmal steht man einfach neben sich und schaut zu wie man sich verliert. Man steht einfach daneben und ist machtlos. Aber das ist schon gut so. Das muss manchmal so sein. Wir müssen manchmal neben uns stehen und uns beim Verlieren zusehen, damit wir das Glänzen in unseren Augen bemerken und die Regung in den Mundwinkeln. Damit wir sehen wie wir verloren gegangen sind, damit wir verstehen. Wir müssen manchmal neben uns stehen und zusehen wie wir ertrinken, ersticken und verschwinden. Um zu erkennen wie hilflos wir manchmal sind, schutzlos verloren, unseren Gefühlen ausgeliefert. Wir stehen da und können unsere eigene Hand nicht fassen, wir können uns nicht retten. Unsere Konturen verblassen vor unseren eigenen Augen und das ist okay so. Es ist wirklich okay. Es ist okay sich zwischen Welten zu verlieren, zwischen Herzen und Worten unterzugehen, in den Schatten Anderer zu verschwinden und in irgendeinem Gefühl, in irgendeiner verlorenen Seele zu ertrinken. Es ist okay zuzusehen wie man sich auflöst und in Anderen neue Farbe findet und es ist okay wenn man dabei zerbricht. Das ist das Leben. Wir sehen uns dabei zu, wie wir untergehen und können uns nicht retten. Wir erreichen uns nicht. Aber bevor die letzte Welle uns in die Tiefe reißt, erkennen wir einen Funken Glanz in unseren leeren Augen, ein leichtes Lächeln auf unseren tauben Lippen, wir fühlen wie uns ein befreiender Atemzug streift. In diesem Moment schreit unsere geschundene Seele nach Hilfe. Wir sind nur das,  wofür wir kämpfen und uns selbst zu retten ist alles, was uns bleibt, wenn wir überleben wollen. Wir werden immer und immer wieder verschwinden und ertrinken und wir werden immer wieder neben uns stehen und zusehen wie wir wieder zwischen den Zeilen auftauchen, mit Narben und Kerben auf der Seele, mit Schatten in den Lücken und Salz in den Wunden. Und das ist okay so, denn wir werden alles überleben. Und jedes Mal, wenn uns das Meer verschlingt, werden wir ein Lächeln blitzen lassen und unsere Lippen werden ein stummes ‚Hilfe’ formen, weil wir wissen, wir stehen neben uns und wir können uns retten, wenn wir zurück zu uns selbst finden. Manchmal stehen wir neben uns und sehen zu wie wir sterben um zu überleben.