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Buch_1 Für Tagträumer und Wortakrobaten, Verlorene und Gefundene, Traumtänzer und Traumtänzerinnen,
leise Poeten und stille Denker, Gestrandete und Treibende.
Für alle und jeden, für Dich und für mich.

Dieses Buch bin ich.
In diesem Buch stecken dreihundertfünfundsechzig Tage meines Lebens. Es ist voller Geschichten und Gedanken über mich und die Welt, das Leben und die Liebe.
An meinem 20. Geburtstag habe ich mit Tag 1 begonnen.
Jeden Tag ein Bild, ein Gedanke oder eine Geschichte, manchmal nur ein Wort. Nicht jedes Bild paßt zu dem dazu gehörigen Tag, manchmal paßt es nicht einmal zu der Jahreszeit, aber jeder Text wurde zu jenem Moment geschrieben.
Es gab Tage, an denen ich nichts zu sagen hatte und manchmal war ich so still, dass ein Anderer für mich geschrieben hat.
Wer hat schon dreihundertfünfundsechzig Mal im Jahr die Stimme und die Luft etwas zu sagen?
Ich nicht.
In diesem Buch, in jeder Zeile und in jedem Bild verbirgt sich mein größter und unscheinbarster Charakterzug. Ich bin leise.

Mein 600 Seiten Buch gibt es für 50€ zzgl. 4€ Versandkosten zu bestellen.
Bestellen kann man es per Mail an mail@fraeuleinwunschfrei.com mit dem Name, der Anschrift.

Ein kleiner Einblick.

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Tag 2 von 365.
Schattenflüsterer.
Ich, ganz klein. Und vor mir ein Berg. Mein Blick fährt über jeden Stein, bis zum Gipfel. Nichts entgeht mir. Ich betrachte jedes kleine Stück, aber im Ganzen schaue ich ihn nicht an. Der Anblick würde mich erschlagen. Entmutigen. Die Schuhe, die ich mir eben noch geschnürt hätte, wären mir dann nicht mehr sicher genug, um unversehrt die Spitze zu erreichen. Meine Furcht, abzustürzen, wäre größer als der Berg selbst. Obwohl ich ganz genau wüsste, wohin ich treten muss, um unversehrt den höchsten Punkt zu erreichen, würde ich einen Schritt zurückgehen, weil mein Mut nicht groß genug wäre. Ich, ganz klein. Und vor mir mein Schweigen. Ich kenne jede Leerstelle, jedes ausgelassene Wort, jeden Zeilenumbruch. Alle ausgeschwärzten Sätze. Ich kenne jede Fuge, in der meine Stimme verschwinden könnte, würde ich anfangen zu sprechen. Würde ich anfangen meine Stille zu brechen. Ich müsste nur ein Wort an das andere setzen, nicht einmal laut, um meine Lautlosigkeit am Wipfel zu zerschlagen. Der Aufstieg bestünde nur aus Reden, nichts weiter, und oben würde meine Lunge sich aufblähen, bis mein Atem lang genug wäre, um mich von mir los zu schreien. Ich, ganz klein. Und vor mir ein Berg. Ich, ganz klein. Am Fuße meiner Angst vor der eigenen Stimme und deren Klang, wenn sie mich verletzlich macht.
Ich, ganz klein, um meine Schultern deine schützenden Arme. Und vor mir ein Hügel.

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Tag 29 von 365.
Um zu bleiben.
Menschen sind wie Meere. Wir ertrinken in ihnen. Wir verlieren uns. Sie sind die stürmische See und das seichte Gewässer. Die Wucht der Wellen haut uns manchmal um, andere reißen uns in die Tiefe und wieder andere tragen uns davon. Wir gehen in ihnen unter und wir schnappen nach Luft. Wir sind ein Meer, jeder einzelne von uns. Nur manche, manche sind Ufer. An denen kommen wir an.

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Tag 56 von 365.
achzehnterdezember.
Wenn du schreist, weinst, schlägst, wütest. Wenn du lachst, strahlst, tanzt, leuchtest. Sie ist da. Macht dich stark, mutig und furchtlos. Schwach, schutzlos und verletzlich. Wiegt dich in den Schlaf, küsst dich zu den schönsten Träumen und hebt ihre Decke für dich, wenn es gewittert. Sie treibt dich an und manchmal in den Wahnsinn. Zwingt dich in die Knie, stößt dich über deine Grenzen, drängt dich an den Abgrund. Wischt dir die Tränen von den Wangen, pult die Steinchen aus den Knien, summt dir dein Lied und klebt ein Pflaster auf. Sie engt dich ein, erdrückt dich manchmal, schnürt dir die Luft ab. Stellt sich vor dich, wenn ein Sturm aufzieht, der nicht sie selbst ist. Sie ist da. Sie steht am Rande deines Lebens, lächelt still, während du deine Flügel spannst und denkt sich leise, dass einer ihrer Augenblicke immer an diesem Rand verweilen wird, wohin der Wind dich auch trägt, um dich nie zu verlieren, wenn du über deinen Horizont hinauswächst. Sie regnet auf dich nieder und du öffnest deinen Schirm. Sie regnet auf dich nieder, schon dein ganzes Leben lang. Manchmal sintflutartig, dann ertrinkst du fast und manchmal sind es nur ein paar Tröpfchen, auf die du auch verzichten könntest, aber wenn der Regen aufhört, dann trocknest du aus. Ganz langsam. Am Anfang bemerkst du es noch nicht einmal, aber mit den Jahren werden deine Flügel spröde, deine Farben matter und dein Herz setzt manchmal aus. Denn wo sie dann sein sollte, klafft ein Loch. Sie ist eine deiner Farben. Füllt dich nicht aus, aber hüllt dich in Wärme. Sie ist dein Feind, dein bester Freund, dein schlimmster Albtraum, deine Vertraute, von allem etwas, aber vor allem ist sie deine sicherste Bank.
Die Liebe einer Mutter ist unergründlich.

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Tag 72 von 365.
Emil.
»Du bist kein Mädchen, in das man sich verliebt, wenn man es auf der Straße sieht, glaube ich. Ich meine, du trittst nicht in den Raum und alle drehen sich nach dir um. Dich muss man ansehen.«
»Und was siehst du?«
»Was ich sehe?«
»Ja, was siehst du?«
»Du flüsterst. Ich bin noch niemandem begegnet der so viel schweigt.«
»Das tut mir leid.«
»Nein. Ich bin auch noch niemandem begegnet der so wenig über belangloses spricht. Ich frage dich, wie du geschlafen hast und du, du fragst mich was ich geträumt habe. Und wenn ich sage, ich kann mich nicht daran erinnern, dann sagst du, das nächste mal soll ich besser aufpassen, damit ich dir etwas erzählen kann. Du malst Pflaster mit Kugelschreiber auf alte Narben und du fragt nicht woher sie kommen sondern nur, ob es noch weh tut. Ob es weh getan hat. Du bist so still und leise und auf einmal fällt dir etwas ein und du hörst überhaupt nicht mehr auf zu reden bis deine Sätze sich überschlagen. Und wenn dir nicht das richtige Wort einfällt, dann nimmst du einfach ein anderes, ganz egal ob es passt und wenn man dich dabei ertappt, dann fängst du an zu lachen, weil du das überhaupt nicht bemerkt hast. Du fragst mich wonach mein Frühling riecht. Das meine ich. Man muss dich ansehen. Wenn man dich wirklich ansieht, dann kann man in dir lesen.«
»Und was, wenn man die Sprache nicht versteht, in der man liest?«
»Dann muss man alles daran setzen sie zu lernen.«
»Die Frage ist doch, ob sich das lohnt.«
»Wenn du wirklich lachst, dann hebst du irgendwann deine Hand vor den Mund. Nur ganz kurz, aber du tust es. Und wenn du lächelst, dann bewegen sich deine Mundwinkel kaum, aber es könnte nicht ehrlicher sein. Du beißt dir auf die Unterlippe, wenn du nervös bist, und spielst mit deinem Ring. Du siehst einem selten länger als nötig in die Augen, aber wenn du es doch einmal tust, hörst du auf zu reden.«
»Vielleicht.«
»Und dein Blick wird kurz ganz schwach, wenn du bemerkst dass es nachts bewölkt ist.« sagt er, steht auf, malt ein paar Sterne auf Klopapier und klebt jedes einzelne Blatt mit Kaugummi an die Zimmerdecke.

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Tag 75 von 365.
Nur eine Metapher.
Wenn wir hinfallen und uns die Knie aufschürfen, kleben wir ein Pflaster auf, damit kein Schmutz dran kommt und es verheilt. Aber, wenn niemand hinsieht, drücken wir immer wieder drauf, nur um zu sehen ob es noch weh tut. Und egal, ob uns kurz die Luft weg bleibt, weil es so sticht, wenn wir den Finger drauf legen, oder es nur noch ganz leicht zieht, wir hören nicht damit auf immer wieder zu sehen, ob es noch schmerzt. Wenn die Wunde langsam verheilt, pulen wir die Kruste ab, nur um zu sehen ob es noch blutet. Es tut gar nicht mehr weh, sagen wir leise, wenn uns jemand sagt, dass es nicht verheilt, wenn wir immer wieder daran rumspielen, es tut nicht mehr weh sagen wir, und drücken unsere Handfläche auf das kleine Loch mit dem Tropfen Blut. Immer wieder kratzen wir die alten Wunden auf, die fast verheilt waren, nur um zu fühlen, ob es noch der gleiche Schmerz ist. Wüten solange unter unserer Haut, bis Narben auftauchen, die nie entstanden wären, hätten wir das Pflaster einfach drauf gelassen. Und es macht nichts aus, dass dort jetzt ein hässlicher Gruß von früher eingebrannt ist. Es macht nichts aus. Es macht einfach nichts aus, weil unter unserer Haut jetzt etwas ist, das bleibt. Keine Steinchen, kein Blut, kein pulsierender Schmerz auf der Oberfläche, aber ein kleiner Kratzer, der nicht mehr verschwindet. Eine kleine hässliche Narbe, die uns an den Moment erinnert, wo wir lachend den Schotterweg zum Meer hinunter gerannt sind, als wir glücklich waren, bevor wir gestolpert sind.

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Tag 80 von 365.
Hotelzimmerdeckensterne.
»Wenn du nur drei Fragen hättest, die du mir noch stellen könntest, welche wären das?«
»Nur drei?«
»Genau drei.«
»Drei mit all dem, was ich jetzt schon weiß oder wüsste ich das nicht?«
»Du wüsstest es. Genau drei. Jede Frage bekäme eine Antwort und die letzte wäre das Letzte, was du von mir hörst.«
»Okay, also genau drei bevor du verschwindest?«
»Genau.«
»Und ich würde auf jede Frage eine Antwort bekommen?
»Würdest du. Jetzt, in diesem Moment, würdest du auf jede Frage eine Antwort bekommen.«
»Ich denke, die erste Frage wäre, ob dir warm genug ist, deine Nasenspitze ist nämlich kalt.«
»Die zweite?«
»Die zweite würde ich auslassen, denke ich.«
»Du würdest sie auslassen obwohl du jede Antwort haben könntest? Ich meine, ich bin der verschwiegenste Mensch, den du bis jetzt getroffen hast, hast du gesagt, es wäre taktisch doch total unklug eine Frage zu verschenken, vor allem nach der ersten.«
»Nein, ich denke nicht. Für die zweite würde ich dich wahrscheinlich küssen. Das wären vielleicht nicht ganz deine Spielregeln, aber was solls.«
»Und die dritte?«
»Du flüsterst schon wieder.«
»Ich weiß. Was wäre deine letzte Frage?«
»Ich würde wissen wollen, wann du deine Stimme verloren hast.«

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Tag 102 von 365.
Grabenseelen.
Jeder hinterlässt ein Stück von sich am Straßenrand und irgendwann findet man sich ziellos in der Finsternis und bemerkt, dass man nicht mehr da ist. Dass man sich verloren hat. Das Gefühl, ungezählte Geschichten. Vergebene Chancen, zu Lautes Schweigen und zu Leise Worte, messerscharfe Sätze im Eifer des Gefechts und die stummen Ängste. Das liegt dann neben dem Asphalt im Gras, oder hängt in den Bäumen, es versucht unter der Brücke nicht zu ertrinken und verstaubt in alten Kisten. Überall sind die kleinen Fetzen einer heimatlosen Seele, überall lässt man ein Stück von sich zurück, damit es keiner bemerkt. Jede Schwäche liegt irgendwo verborgen im Schatten fast vergessen von der Welt und von dem, der all das tragen sollte. Wenn man auf Reisen geht, kommt nie derselbe Mensch zurück, man zieht unablässig seine Kreise und bei jeder Begegnung, in jeder einsamen Minute und in jeder Nacht legt man einen Teil von sich ab, wegen der Last, wegen dem Gefühl, wegen den Anderen. Dann liegt man da, verstreut über das Land, in dunklen Schubladen und im hintersten Regal zwischen Omas Marmeladengläsern, in manchen Zeilen und in leeren Herzen. Vielleicht muss das so sein. Vielleicht ist es so, dass sich verlieren der einzige Weg ist, sich zu retten.

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Tag 114 von 365.
Wartesaal.
Wir warten. Ist dir schon mal aufgefallen wie viel Zeit wir mit Warten verbringen? Wir warten auf den Zug, auf die Post, auf die Zeitung am Morgen, auf das Essen im Restaurant, in der Schlange auf der Damentoilette, auf die Pause, auf den Sommer. Kleine Kinder warten auf den Weihnachtsmann und alte Menschen auf den Tod. Wir warten an der Kasse im Supermarkt, auf einen Anruf, darauf, dass das Teewasser endlich kocht und darauf, dass jemand unseren Namen sagt. Wir warten. Wir warten genau jetzt. Auf den Anfang des Films im Kino,  das Ende eines Krieges, auf eine ausgebliebene Antwort, auf Verständnis. Wir warten darauf, dass etwas passiert, dass es weitergeht, auf den nächsten Morgen. Wir verbringen so unheimlich viel Zeit mit Warten.

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Tag 172 von 365.
Vom Donner und dem Regen danach.
Mich hat einmal jemand gefragt, warum ich nie gegangen bin. Warum ich immer und immer wieder ins tosende Meer gelaufen bin und fast ertrunken wäre, wenn ich doch einfach an eine andere Stelle hätte gehen können, an eine andere Bucht, die genauso schön, aber weniger tödlich gewesen wäre. Ich hab mich das manchmal auch gefragt. Warum ich nicht einfach eine Bucht weiter gegangen bin. Wo ich schwimmen kann, ohne ständig nach Luft zu schnappen. Warum ich kein einziges Mal auf die andere Seite gegangen bin, obwohl ich mein Handtuch und mein Lieblingsbuch schon eingepackt hatte, um zu gehen. Warum ich immer an derselben Stelle geblieben bin und warum ich dort immer noch mein Leben riskiere.
Weil es sich richtig anfühlt.
Ganz einfach.
Weil ich dort richtig bin.

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Du bist mehr als meine Liebe.
Du bist mein bester Freund.
Das macht unser Meer aus, glaube ich.

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Liebesbriefe an das Leben und die Liebe

Das hier, das ist meine Geschichte. Das ist meine Haut, meine Seele, mein Schmerz. Das ist die Luft, die mich am Leben gehalten hat. All die Jahre.
Das ist eine Geschichte über die Liebe. Über meine Liebe, die mich mit 15 Jahren gefunden und nie wieder losgelassen hat. Das ist eine Geschichte über die Hoffnung. Über meine Hoffnung, die mich nie ganz verlassen hat und über alle Zweifel erhaben war. Das ist eine Geschichte über Poesie. Über meine Poesie, meine Muse, mein Herzschlag, mein Zuhause,  mein Meer.

Das Buch Traumfänger gibt es für 20 Euro zuzüglich Versandkosten. Bestellen kann man es per Mail an mail@fraeuleinwunschfrei.com mit dem Name, der Anschrift und der Anzahl.

Ein kleiner Einblick.


Wenn ich uns nur von außen betrachten könnte, ich würde mir wünschen einer von uns zu sein. Mit nichts und niemandem würde ich meinen Platz auf dieser Welt tauschen wollen.  Den bei dir.
Manchmal halte ich an und steige aus. Ich steige einfach aus und laufe einige Meter zurück, um uns aus der Ferne zu betrachten. Dich, wie du dein Gesicht unter meinem Kleid  vergräbst und mir einen riesigen Doppelkuss auf den Bauch gibst und mich, wie ich dir einen auf deine nackte Schulter gebe, einen ganz lauten und sage, dass das der Donner war,  während du am Fenster dem Regen zusiehst. Und ich bin der Blitz. Ich schleiche auf Zehenspitzen um uns herum, während mein Kopf in der Kuhle unterhalb deiner Schulter liegt,  meine Nasenspitze deine Brust stupst und du mit deinen Fingerkuppen über meine Schulter streichst. Und wenn wir Wettrennen im Regen machen, stehe ich unter dem Pavillion am Zeltlagereingang und kann das Blitzen in meinen Augen sehen und dein Lächeln, wenn du mir zusiehst wie ich mich mit ausgestreckten Armen im Kreis drehe und auf dich warte,  weil du mich gewinnen lässt. Und wenn wir bei IKEA sind und du mir alles, was du in die Hände bekommst, über den Kopf stülpst, an mir fest machst oder hängst und dich überall  versteckst, dann kann ich sehen wie die Leute lächeln, weil wir lieben und leben und uns ganz egal ist wie das vielleicht aussehen mag. Wenn ich könnte, ich würde uns den ganzen  Tag heimlich fotografieren. Deine rechte Hand auf meiner, die linke am Lenkrad, der flüchtige Kuss auf die Backe an der Supermarktkasse, dein weicher Blick in meine müden Augen am Morgen, unsere Füße mitten in der Nacht, wie wir auf dem Balkonsofa Sterne schauen und mein schwerer Kopf an deiner Schulter, nachts am Lagerfeuer. Jeder Moment ein Bild. Du bist mein Glück. Und jedes Mal, wenn du mich kitzelst, während ich meine Tasche packe und mich aus dem Gleichgewicht bringst, erinnerst du mich daran. Immer wenn du die Lippen spitzt, um mir einen Alteleutekuss zu geben und immer wenn du mir ganz fest in den Mund pustet und dann leise sagst, das war ein Orkan. Wenn du dich zu mir beugst und mich glauben lässt, gleich küsst du mich, dich dann wegdrehst und lächelnd „nö“ sagst und wenn du mich langsam aus dem Bett schiebst, damit endlich mal einer aufsteht.
Du bist mein gefundenes vierblättriges Kleeblatt in weniger als einer Minute, der freie Parkplatz, wenn die Anzeige auf null steht und das letzte Paar Schuhe in meiner Größe.
Du bist.
Meine Liebe.


Du und ich, wir sind nicht wie die Anderen. Wir haben nicht mit dem Verliebtsein angefangen, keine Schmetterlinge im Bauch, keine Teenieküsse, keine lila Wolken. Verliebt waren wir, als niemand hingesehen hat, als wir noch dachten älter werden heißt erwachsen werden und erwachsen sein ist furchtbar cool. Verliebt waren wir, als Handys noch mehr als drei Tasten hatten und eine SMS 19 Cent gekostet hat. Die Ameisen im Magen kamen, als die Zahnspangen gingen und die Schmetterlinge sind davongeflogen als wir in den Armen anderer lagen und dachten wir seien angekommen, weil sich alles richtig angefühlt hat, in der immer größer werdenden Taubheit unter unserer Haut. Der erste Kuss war leise und alle anderen heimlich und unser Himmel immer dunkel. Wir sind anders. Unsere großen Momente haben wir immer im Regen.
Wir brauchen immer erst ein Fünfvorzwölf, ein Mitternachtsgewitter im Winter, um unsere Blätter zu wenden. Bauen unser Fundament auf Luftschlösser, weil uns der feste Boden nie gereicht hat. Daran sind wir immer nur zerbrochen und der Treibsand war nicht wendig genug für unsere Schnelllebigkeit. Wir sind unsicherer als das Wetter an der Nordsee und es macht uns nichts aus, weil wir aneinander festgewachsen sind, egal wo wir verloren gehen.* Rudern immer wieder hilflos mit den Armen, während wir panisch versuchen den anderen vor dem Ertrinken zu retten.
Tauchen immer tiefer, um höher zu fliegen.
Wir zwei, Nichtschwimmer verliebt in das Meer.
Wir sind leise.

*Mit den Jahren sind wir einander oft verloren gegangen. Zwischen den Monaten, vergessenen Antworten, heimlichen Küssen, lautlosen Schreien. Zwischen Schwindel und Ohrensausen, zwischen Herzrasen und Atemnot.
Ich war nie verloren. Ich wusste nicht, dass man sich selbst verloren gehen kann. Dass es möglich ist, heimatlos im eigenen Körper zu sein. Ich wusste das nicht, bis du mich angesehen hast, an diesem kalten Nachmittag im Winter, als Schlaghosen noch in waren. Bis zu diesem Tag war ich mir immer sicher, dass mir nichts fehlt, was ich verlieren könnte, unzählige Male.
Aber vielleicht bin ich auch nur ein einziges Mal verloren gegangen.
Als du mich gefunden hast.


Ich liebe dich.
Ich glaube, dieser Satz passt nicht jedem Glück. Nicht wegen der Bedeutung oder dem Gefühl, das dahinter steckt und auch nicht, weil diese Worte so leichtfertig geworden sind. Ich glaube, dass dieser Satz nicht jedem passt, liegt in der Art und Weise wie man liebt. Wie man liebt und geliebt wird. Dir und mir passt dieser Satz nicht. Bei uns klingt das wie Kreide auf Schiefer, fühlt sich an wie ein Faustschlag mitten ins Gesicht. Abgedroschen, sagst du. Genau so hört sich das an. So fühlt es sich an, wenn wir das lesen. Nicht weil es abgedroschen ist, sondern weil wir so etwas Gewaltiges nie gebraucht haben. Dieser Satz ist viel zu laut für uns. Bei uns passt das nur nachts, wenn wir flüstern und auch nur manchmal. Dieser Satz ist viel zu leise für uns.
Weil nichts schöner klingt als unsere Stille.


Die Geschichte eines Mädchens, das versucht sich an den Duft des Frühlings zu erinnern um die Gefangenschaft des Winters zu überleben.
Schachmatt flüstert die Wahrheit, lässt den Wind drehen, die Meere aufbäumen, stellt die Zeichen auf Sturm und stürzt den König. Sie findet sie immer, die Schwächen des Gegners. Den wunden Punkt, an dem sie vergessene Versprechen brechen lassen kann. Schachmatt flüstert sie und alles erfriert in ihrem Schatten. Jedes Licht erlischt, jedes Leuchten. Alles zerbricht an ihrer Kälte.
Da kauert das Mädchen in der dunklen Ecke am Rande des Feldes und kratzt Schicht für Schicht von ihrer Haut, damit es aufhört. Damit die Kälte aufhört sie zu verbrennen. Sie kratzt, immer weiter, bis der Schmerz das Ziehen in ihrer Brust betäubt. Es im Keim erstickt und ihr drei Atemzüge lässt, um die nächsten Momente zu überleben, wenn sie die Augen wieder schließt und die verdrängten Gedanken sich zurück in ihr Bewusstsein schleichen, um sich dort wie kleine Parasiten von all ihrem Glück zu nähren, bis nichts mehr von ihr übrig ist. Nichts. Nichts, außer der Leere, die sie aufgesogen hat. Ausgefüllt bis zum Rand. Ihre Konturen ausmerzt, ihren Anfang, ihr Ende. Sie sitzt da, neben dem gefallenen König, streicht seine makellose Hülle, küsst ihm die Stirn, und verzeiht, dass er sie nicht retten konnte. Dass er auf Risiko gespielt hat, bereit, alles zu verlieren, nur um sich zu beweisen. Verzeiht, dass die Kälte sie langsam zerbricht, weil ihm die eigenen Reihen nicht genug waren. Weil er mehr wollte, immer mehr und alles auf einmal. In ihrem Fundament erschüttert, hält sie immer noch seine Hand, weicht nicht von seiner Seite, bleibt bedingungslos, obwohl er sie schutzlos zurückgelassen hatte. Erträgt jeden Sturm, der über sie hinweg zieht, hält jeder Flut stand, jeder weiteren Wahrheit, die sie in die Knie zwingen will. Im Ertragen war sie immer gut. Das hat sie nie aufgegeben.
Nur lieben, lieben traut sie sich nicht mehr.


Es ist so. Bedingungslosigkeit ist, mit jemandem seinen Weg zu gehen, der sich in die Fußsohlen brennt, durch die Haut hinein in das eigene Ich. Der einen manchmal von innen heraus aushöhlt und den Atem austrocknet ehe wir den nötigen Sauerstoff für uns selbst filtern konnten, um das irgendwie zu überleben. Nicht von der Seite zu weichen, auch wenn das überhaupt nicht unser Weg ist und es viel einfacher wäre, einen kleinen Umweg zu laufen und am Ende im weichen Gras zu warten. Nicht zu rennen, nicht zu schieben, nicht zu ziehen nur um schneller voranzukommen und weniger Brandmale zu riskieren, sondern immer im Gleichschritt zu laufen ohne die Hand loszulassen, egal wie sehr es die eigene Haut verletzt. Selbstverständlich stehenzubleiben, wenn neben uns die Kräfte schwinden, der Wille, der Mut. Die Größe haben, nicht loszulassen, wenn jemand sich noch einmal umdreht, um zurück auf das zu sehen, was uns selbst so ausmerzt. Die eigenen Zweifel zu zerschlagen, ob das alles richtig ist und auf das Gefühl zu vertrauen, dass alles gut wird, schlagen die sanften, kühlen Wellen erst einmal um alle vier Füße, auf der anderen Seite des Horizonts. Zu ertragen, jeden Rückschlag, jedes Stehenbleiben, jedes Umdrehen und seine Meinung, nicht den Umweg zu nehmen, sondern festzuhalten, nie zu ändern.
Das ist es.


Ich will auf Hügeln sitzen, im lauen Wind meine Seele fühlen, wie sie ziept und wie sie tanzt, will mich im sinkenden Sonnenlicht verlieren und mit Deinen Geschichten schlafen gehen. Ich will das echte Leben spüren, die kleinen Dinge zwischen den großen Stunden, die kleinen Anker will ich fühlen inmitten all dieser Bedeutungslosigkeit.


Manchmal, da habe ich das Gefühl, die Zeit bestiehlt uns.
Was bleibt schon übrig von uns, wenn die Welt sich immer weiter dreht, wenn alles vergeht?
Ein Schatten ohne Körper? Flüchtige Spuren im Sand? Verwischte Farben im Wind? Was bleibt schon? Die Erkenntnis der Tage, die wir verschwendet, der Momente, die wir nicht geschätzt haben? Die verlorenen Antworten und die Fragen, die wir uns nicht zu stellen trauten, weil wir dachten, die Zeit würde uns schon noch genügend Augenblicke schenken, um das nachzuholen? Was bleibt? Hinterlässt uns die Zeit nichts weiter als die Dinge, die wir immer denken, erleben, stillen, wagen, hoffen, glauben, aussprechen und lieben wollten, aber verpasst haben?
Mit der Zeit, die vergeht, wünschen wir uns die Vergangenheit zurück, um alles anders zu machen. Um festzuhalten, was unbemerkt an uns vorüber zog, als die Zeit uns überholte.
Dabei fühlt es sich nicht richtig an. Es fühlt sich nicht richtig an, die Vergangenheit mit einem Schleier der Lüge umhüllen zu wollen. Würde die Zeit uns nicht all die Fehler, die wir tun, erkennen und daraus lernen lassen, würden wir uns immer nur im Kreis drehen. Wir würden auf einer Stelle stehen und uns irgendwann wundern, warum die Welt denn immer genau gleich aussieht.
Die Zeit bestiehlt und belügt uns. Sie nimmt uns Momente genau dann, wenn wir endlich erkennen, raubt uns die Gelegenheiten vieles besser zu machen. Sie überholt uns, ohne dass wir bereit dazu sind, sie zieht an uns vorüber, ohne zu fragen, ob wir schon alles erledigt haben, was auf unserem Weg liegt.
Die Wahrheit ist, sie führt uns zu uns selbst, diese Zeit.


Es gibt diese Momente, in denen man das Gefühl hat Zuhause zu sein, ganz gleich wo man ist, auf welchem Weg man geht, wohin man reist. Diese Momente, in denen man entdeckt, was sich sonst hinter Unwissenheit versteckt, wenn sich alles verschiebt und das, was ganz klar und logisch erscheint, alles was passiert, die Welt verdreht, den Boden wegzieht. Momente, in denen wir finden, was schon immer da war und begreifen, was wir nie verstanden haben. Es gibt diese Momente, in denen es keine Worte braucht, um alles zu sagen, es keine Blicke braucht, um alles zu zeigen, was unsere Seele, unser Herz zum Schweigen gebracht hat. Momente, in denen die kleinsten Wunder die größten Wunden heilen und ein flüchtiges Gefühl anfängt zu bleiben. Momente, in denen wir ertrinken, während die Welt sich unbeirrt weiter dreht, die uns den Atem rauben und uns durch die Nacht keine Sterne mehr sehen lassen. Momente, in denen man bleibt, selbst wenn man geht, in denen man gefangen wird, selbst wenn man fällt.
Ja, es gibt diese Momente, die unser Herz schlagen lassen.
Für mich bist du dieser Moment.
In jedem einzelnen Herzschlag.


Schattenkinder. Sind wir das nicht manchmal? Schattenkinder? Manchmal ist das doch so. Dass man nur noch die Umrisse erkennt. Dass die Konturen das einzige sind, das man von uns noch sieht. Dass sie das einzige sind, was wirklich noch da ist. Und der Rest ist abgetaucht. Einfach verschwunden. Weg. Der Tag zieht mit Licht unsere Konturen nach, die Nacht radiert uns aus. Und wenn wir dann im Nebel stehen, bleiben nur unsere Schatten.


Man geht verloren. Das war immer so und wird immer so bleiben. Von Zeit zu Zeit verliert man sich. Aber das macht nichts. Es macht nichts, wenn man sich Stück für Stück loslässt und irgendwann umherirrt, völlig verlassen und nackt. Ohne zu wissen, wo man die nächste Nacht verbringt, wer das Licht ausmacht, wohin man eigentlich gehört. Es ist okay, wenn man irgendwann inmitten von Tausenden steht und nicht weiß wohin mit sich, wer man eigentlich ist und wo man eigentlich Platz findet. Wenn man sich nur irgendwann wieder aus der Starre löst und anfängt sich zu suchen. Zu finden zwischen den Grashalmen am Fuße des Piers, im Müsli oder dem Lächeln in einer beschlagenen Scheibe, aus den Fingerspitzen eines Fremden. Sich zwischen rasenden Zeigern und stehenden Minuten einholt, ohne sich zu verpassen und neben sich geht, ohne an sich vorbeizuziehen. Es ist okay, wenn man sich verliert. Es ist okay, wenn man seine Schwächen in den Schatten versteckt, dem Licht verbirgt und seinen Ängsten die Sicht nimmt, wenn man nur die Dunkelheit nicht scheut, neben den Wegen geht und inne hält, wenn von irgendwo ein Gruß hallt, oder nur eine hauchzarte Berührung im Wind. Wenn man blind durch den Tag läuft, offen für die Welt und ein paar Steine umdreht. Es ist okay, wenn man sich von sich löst, um nicht zu zerbrechen, zu ertrinken in der grässlichen Wahrheit. Es ist schon in Ordnung, wenn man nur den Mut zum Schwimmen hat.
Und genug Klebeband, für unsere gebrochenen Stellen.


Manchmal habe ich Angst vor dem weißen Blatt Papier. Wie es so völlig unberührt vor mir liegt, so riesig und erwartungsvoll. Und ich, ich sitze nur davor, randvoll mit stummen Worten, deren tiefe ich nicht kenne, weil mir ihr Klang verborgen bleibt. Dieses Weiß erdrückt mich manchmal. Weil ich nicht weiß, was passiert, wenn die Tinte fließt und meine Hand sich nicht mehr bremsen lässt. Wenn die Feder so laut über das Papier kratzt, dass ich überhören könnte, wie ich gerade zerbreche ohne es zu bemerken, weil die Zeilen mich kurzweilig heilen, wie sie so aus mir herausbrechen und alles ausleeren was mich voll gemacht hat. Manchmal habe ich Angst in der Wahrheit dieser dunkelblauen Flecken zu ertrinken noch bevor ich alles gesagt habe und wenn die Worte dann in meiner Kehle stecken, habe ich nicht genug Luft in den Lungen, um weiter um diesen Atemzug zu kämpfen, der mich eigentlich immer überleben lässt. Das Einatmen beginnt doch immer erst mit dem letzten Punkt wieder von vorne. Und wenn ich dann untergehe, bevor ich dem letzten Gefühl in meiner Brust den Raum gegeben habe zu schreien, dann bin ich einfach in mir verloren gegangen bevor ich mich retten konnte.


Ich bin stark. Wenn es um das nackte Überleben geht, bin ich so unheimlich stark. Es gibt kaum etwas, das mich wirklich in die Knie zwingt und am Boden gedrückt hält. Ich schlage sie mir vielleicht auf, manchmal bluten die Schürfwunden sogar Pflaster durch, aber nichts drückt meinen Kopf so tief, dass ich keinen Himmel mehr sehen kann. Es gibt Tage, an denen höre ich auf zu schwimmen. Dann halte ich die Luft an und warte. Kurz vor dem Ertrinken mit dem Schwimmen aufzuhören ist nicht immer ein Zeichen von Schwäche. Manchmal wird mir einfach bewusst, dass man stark sein muss, wenn man treiben will. Weil es Mut braucht. Zum Treiben braucht man das Vertrauen in seinen eigenen Mut. Die Arme sinken zu lassen ist nichts, was man leichtfertig tut. Nur du, du machst mich verletzlich.
Mit dir steht und fällt jeder Schutzwall um meine Zerbrechlichkeit. Du kennst meine Schwachstelle. Weil du meine Schwachstelle bist. Niemand bringt mich zu Fall. Niemand löscht mich aus, brennt mich nieder. Ich verliere keinen Krieg gegen irgendwen vor meinen Mauern. Eine Schlacht vielleicht, trage ein paar Brandnarben davon, ein paar tiefe Stiche unterhalb meiner Rüstung, aber ich, ich bleibe unversehrt. Nur dich habe ich hineingelassen. Du heilst mich von innen heraus und im selben Moment hältst du eine Hand voll Salz über meinen Wunden. Du machst mich verletzlich. Keine Wunde blutet so sehr, wie die unter Deinen Messern. Keine Stelle brennt so sehr und nichts trifft mich tiefer. Es ist nur, alles, was zerbrechen kann, findet in dir wieder Kontur. Du kennst mein Flüstern. Du bemerkst, wann ich wirklich schwach werde.
Du kennst den Klang meiner Stimme, wenn sie bricht.


Eigentlich. Eigentlich wollte ich schreiben, wie ich immer schon geschrieben habe. Seit einer Stunde sitze ich an meinem Schreibtisch und schreibe mit einem blauen Buntstift auf die zerfledderten Google Maps Ausdrucke unseres Urlaubs Satzfetzen, die am Ende irgendetwas wunderbares geben sollen. Mein Kaba war mal warm, weil es heute so nach Herbst gerochen hat. Die Tasse ist noch halbvoll, die Milch kalt.
Mir fällt kein Anfang ein.
Mir will einfach nichts einfallen.
Kein Titel, kein erster Satz, nichts zwischendrin und auch kein letztes Wort.
Über uns. steht da, aber das habe ich wieder durchgestrichen.
Über uns, das klingt so –.
Wir. Wir, das steht auf dem Briefumschlag von der Commerzbank. Und darunter steht, dass das mehr als drei Buchstaben sind, weil eigentlich sind wir grob geschätzt drei Viertel meiner ganzen Geschichte. Und Wir passt auch nicht zu all den kleinen Sätzen auf dieser Karte von Italien. Dabei will ich doch nur irgendwie fassen, wie verliebt ich in uns bin.
In unsere Küsse im Wasserschlauchregen, in unsere Wasserschlachten beim Autoputzen, in unser Lachen, wenn sich unser kleiner Jeep den Schotterweg zurück nach oben kämpft. Ich bin verliebt in unsere Federballduelle, unsere Schachpartien, unsere Alteleuteküsse. Dass wir uns Freundschaftsbändchen knüpfen,  auf einer Decke im Laternenlicht aus einer Pfanne Nudeln essen, während Phillip im Hintergrund läuft und Zukunftspläne in kleinen Restaurants unter Lichterketten schmieden. Du hältst mir auf dem Rastplatz die Augen zu, drehst mich der Dunkelheit entgegen, hebst deine Hände und flüsterst leise, dass da mein Sternenhimmel ist und wenn ich mich dann auf den Asphalt lege, gleich neben der Autobahn, küsst du mir die Stirn und siehst mich an wie niemand sonst mich ansehen würde, würde er mich dort so liegen sehen.
Auf meinem Handrücken steht ganz klein du.
Du.
Aber ich glaube, das steht da schon immer.

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